📌 Allgemeine Hinweise
Working Out Loud (kurz: WOL) ist ein Kommunikations- und Lernwerkzeug, das den offenen Austausch von Wissen, Erfahrungen und Lernfortschritten im Arbeitskontext fördert. Es basiert auf Freiwilligkeit, Vertrauen und Transparenz.
🎯 Bestimmungsgemäße Verwendung
WOL dient der sichtbaren, vernetzten Wissensarbeit.
Ziel ist es, dass Mitarbeitende ihr Wissen, ihre Lernprozesse und ihre Erfolge offen teilen, um voneinander zu lernen, Innovation zu fördern und Beziehungen aufzubauen.
Verwendet wird WOL insbesondere, um:
- Wissen in Organisationen lebendig zu machen,
- Silodenken zu überwinden,
- Lernprozesse zu dokumentieren,
- die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg zu stärken.
ℹ️ Hintergrundinformationen zu dem Werkzeug
Working Out Loud wurde von John Stepper entwickelt. Die Methode kombiniert Prinzipien aus Wissensmanagement, sozialem Lernen und Netzwerkarbeit. Kernbestandteil ist der sogenannte WOL-Circle: eine kleine, selbstorganisierte Gruppe von meist 4–5 Personen, die über 12 Wochen hinweg regelmäßig zusammenarbeitet, um individuelle Lernziele durch gezieltes Teilen und Feedback zu erreichen.
🔁 Welche Werkzeuge alternativ verwendet werden können
Alternativen oder verwandte Methoden:
- Communities of Practice (Wenger): gemeinschaftliches Lernen in Fachgruppen.
- Knowledge Café: moderiertes Wissensaustauschformat zu einem Fachthema.
- Peer Learning / Lernpartnerschaften: informelles Lernen in einer Gruppe oder einem Tandem.
- Barcamps oder Open Space: Partizipative Großgruppenveranstaltungen, die meistens nur einen halben bis zwei Tage dauern.
- After Action Reviews: Nachbesprechungen und Reflektion von Projekten, Aufgaben oder Besprechungen.
🔧 Welche anderen Werkzeuge unterstützen können
- Digitale Kollaborationstools:(z. B. MS Teams, Slack): zum virtuellen Austausch während des WOL-Zirkels
- Enterprise Social Networks (z. B. Yammer, Workplace, LinkedIn)
- Dokumentationssysteme und Wissensdatenbanken (z. B. Confluence, SharePoint, Notion): Zur Erfassung und Darstellung der erlernten Inhalte.
- Notizapps oder Lerntagebücher (z. B. OneNote, Notion): Zur persönlichen Reflexion des eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse
👥 Benötigte Personen
- 4–5 freiwillige Teilnehmende: mit Lern- oder Entwicklungsinteresse
- Eine Circle-Moderation: (optional, meist rotierend)
- Führungskräfte oder Wissensmanager*innen: zur Unterstützung der Rahmenbedingungen
- Community-Manager*in: (optional) für Organisation oder Plattformpflege
⏱️ Dauer
Standarddauer: 12 Wochen, 1 Stunde pro Woche
(Bei Bedarf anpassbar auf 8–16 Wochen)
🗂️ Benötigtes Material
- WOL-Circle-Guide (kostenlos online verfügbar unter workingoutloud.com)
- Kommunikationsplattform (z. B. Videokonferenz, Chat)
- Notizbuch oder digitales Journal
- Zieldefinition (persönlich oder arbeitsbezogen)
- Regelmäßige Treffen: Etablierung von Treffen oder Sessionen zur Reflexion und zum Austausch.
🧩 Gerätebeschreibung / Bauplan
Ein WOL-Prozess besteht aus folgenden „Bauteilen“:
- Persönliches Ziel: → etwas, das man lernen, erreichen oder verstehen möchte.
- Beziehungsnetzwerk → Personen, von denen man lernen kann oder die man unterstützen möchte.
- Beiträge teilen → Wissen, Erfahrungen und Fortschritte öffentlich machen.
- Reflexion → regelmäßige Rückschau und Anpassung.
- Circle-Struktur → wöchentliche Treffen mit klar definierten Übungen.
🚀 Inbetriebnahme
- Circle bilden: 3 – 6 Freiwillige mit eigenen Lernzielen bilden gemeinsam einen Zirkel.
- Starttermin festlegen und Kommunikationsplattform auswählen.
- WOL-Guide herunterladen.
- Persönliche Ziele formulieren.
- Erstes Treffen durchführen (Kennenlernen, Zielabgleich, Plan).
⚙️ Bedienung
- Wöchentliches Treffen (ca. 60 Minuten):
- Übungen und Reflexionen aus dem Guide bearbeiten.
- Erfahrungen teilen, Feedback geben, Fortschritte dokumentieren.
- Zwischen den Treffen:
- Kontakte aufbauen, Beiträge posten, kleine Schritte zum Ziel machen.
- Abschluss:
- Ergebnisse reflektieren, Erkenntnisse teilen, ggf. neuen Circle starten.
🔄️ Wartung & Pflege
- Ziele aktualisieren: Regelmäßige Reflexion der Ziele und Methoden.
- Austausch: Austausch mit anderen Circles innerhalb oder außerhalb der Organisation.
- Ergebnisse festhalten: Dokumentation der Lernergebnisse im Wissensmanagement-System.
- Success Stories: Erfolgreiche Circles motivieren andere – Erfahrungsberichte teilen!
🌟 Expertentipps
- Klein anfangen: Ein erster Circle genügt, um Erfahrungen zu sammeln.
- Vertrauen fördern: WOL funktioniert nur mit Freiwilligkeit und Offenheit.
- Sichtbarkeit schaffen: Ergebnisse auf internen Plattformen teilen.
- Verbindung zu Unternehmenszielen: Zeigen, wie individuelles Lernen kollektiven Nutzen bringt.
- WOL-Alumni fördern: Ehemalige Teilnehmende als Multiplikator*innen einsetzen.
📝 Beispiele
Ein Teammitglied aus dem Marketing möchte Storytelling im B2B-Bereich besser verstehen.
In einem WOL-Circle mit Kolleg*innen aus IT, HR und Vertrieb:
- definiert sie ihr Lernziel,
- teilt wöchentlich Fortschritte und Erkenntnisse (z. B. Blogposts, Beispiele),
- vernetzt sich mit Expert*innen auf LinkedIn,
- erhält Feedback und neue Perspektiven.
Nach 12 Wochen hat sie nicht nur Wissen aufgebaut, sondern auch ein aktives Netzwerk geschaffen und teilt ihre Learnings nun regelmäßig im Intranet – ein direkter Beitrag zum organisationalen Wissensmanagement.
Beispiel für einen Ablaufplans eines 12-wöchigen WOL-Circle
Ein 12‑wöchiger WOL‑Circle Ablaufplan folgt einem klaren, gut strukturierten Vorgehen mit wöchentlichen Meetings, individuellen Zielen und begleitendem Austausch. Hier die wichtigsten Schritte und ein beispielhafter Ablauf im Detail.
Vorbereitung
- Gruppe aus 3 – 6 Personen bilden
- Circle-Guide (Leitfaden) und ggf. Arbeitsblätter bereitlegen
- Individuelle Ziele für die 12 Wochen formulieren (im ersten Treffen)
Wöchentliche Treffen
Alle Treffen dauern jeweils ca. 60 Minuten und finden wöchentlich statt (vor Ort oder virtuell). Jede Woche hat einen zentralen Schwerpunkt, der sich nach den offiziellen WOL Circle Guides richtet.
Beispiel für den Wochenplan
| Woche | Thema/Fokus | Aufgabe/Übung |
|---|---|---|
| 1 | Ziel festlegen & Circle kennenlernen | Ziel definieren, Beziehungsliste starten |
| 2 | Beiträge anbieten | Ersten Beitrag zum eigenen Thema verfassen und teilen |
| 3 | Beziehungen vertiefen | Neue Kontakte knüpfen und bestehende Beziehungen pflegen |
| 4 | Stärken nutzen | Eigene Ressourcen und Stärken erkunden |
| 5 | Feedback einholen | Feedback zu bisherigen Beiträgen und Fortschritten anfordern |
| 6 | Sichtbarkeit erhöhen | Ergebnisse und Lernfortschritte sichtbar machen |
| 7 | Unterstützung geben & erhalten | Unterstützung im Netzwerk organisieren und anbieten |
| 8 | Erfolge dokumentieren | Erreichte Meilensteine und Fortschritte festhalten |
| 9 | Rückschau und Weichen stellen | Herausforderung reflektieren, ggf. Ziele anpassen |
| 10 | Wissen teilen | Gewonnene Erfahrungen strukturieren und weitergeben |
| 11 | Nachhaltigkeit planen | Netzwerken, Routinen für langfristigen Transfer aufbauen |
| 12 | Abschluss & Feiern | Schlussreflexion, Ausblick, Erfolge teilen und feiern |
Praktische Hinweise
- Nach jedem Treffen ergeben sich Übungen und Aufgaben, die zwischen den Sitzungen bearbeitet werden sollen
- Ergebnisse und Fortschritte werden im Circle Guide festgehalten (digital oder analog)
- Reflexionsfragen und Feedback sind zentraler Bestandteil jeder Woche
- Am Ende des Circles ist eine Abschlussrunde mit gemeinsamer Reflexion und Feiern der erreichten Ergebnisse üblich
