Customer Journey Map


📌 Allgemeine Hinweise:

Eine Customer Journey Map ist ein visuelles Werkzeug zur Darstellung der Erfahrungen, Emotionen und Interaktionen eines Kunden über verschiedene Berührungspunkte mit einem Unternehmen oder Produkt. Sie hilft, das Verständnis für den Kunden zu vertiefen und Optimierungspotenziale aufzudecken.


🎯 Bestimmungsgemäße Verwendung:

  • Analyse von Kundenerlebnissen über verschiedene Kontaktpunkte hinweg
  • Identifikation von Problemen („Pain Points“) und Chancen
  • Optimierung von Produkten, Services und Prozessen
  • Entwicklung kundenzentrierter Innovationen

Nicht geeignet für:

  • schnelle Entscheidungen ohne Analysephase
  • rein interne Prozessdarstellungen ohne Kundenbezug

ℹ️ Hintergrundinformationen zu dem Werkzeug:

Die Customer Journey Map stammt aus den Bereichen Marketing, Service Design und User Experience (UX). Sie wurde insbesondere durch die Disziplin User Experience Design geprägt. Ziel ist es, die Interaktionen zwischen Kunde und Unternehmen entlang einer Zeitachse sichtbar zu machen. Dabei werden sowohl funktionale Schritte als auch emotionale Zustände berücksichtigt.
In seiner Grundform zeigt eine Journey Map die Schritte, die ein Kunde auf dem Weg zu seinem Ziel durchläuft, inklusive Touchpoints, Gedanken, Emotionen und Hindernissen.

Grundprinzip: „Erlebe dein Produkt oder deine Dienstleistung aus Sicht des Kunden.“


🔁 Welche Werkzeuge alternativ verwendet werden können:

  • Service Blueprint: Fokussiert sich auf die internen Prozesse eines Unternehmens im Vergleich zur Customer Journey.
  • Prozessdiagramme (z.B. BPMN): wenn vor allem interne Abläufe und Verantwortlichkeiten im Fokus stehen.
  • Empathy Map: Hilft, sich in die Perspektive der Kunden hineinzuversetzen und deren Bedürfnisse zu verstehen.

🔧 Welche anderen Werkzeuge unterstützen können:

  • Diagramm-Software: Tools wie Lucidchart oder Miro zur visuellen Erstellung der Journey Map.
  • Umfragetools: Um Kundenfeedback zu sammeln und Erkenntnisse zu gewinnen.
  • Personas, die Zielgruppen als fiktive, datengestützte Profile mit Zielen, Bedürfnissen und Verhaltensmustern beschreiben.

👥 Benötigte Personen:

  • Ein kleines, interdisziplinäres Team (4–8 Personen) aus z.B. Marketing, Vertrieb, Service, Produkt/UX, ggf. IT.
  • Eine moderierende Person, die durch den Mapping-Prozess führt und für Struktur, Tempo und Kundensicht sorgt.
  • Optional: Kunden oder Nutzervertreter, die im Workshop eigene Erfahrungen einbringen oder Maps validieren.

⏱️ Dauer:

  • Erste Erstellung: 2–6 Stunden Workshop
  • Detaillierte Analyse: 1–3 Tage
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung: laufend

🗂️ Benötigtes Material:

  • Whiteboard oder Flipchart: Für die erste Ideenentwicklung und Visualisierung.
  • Marker: Zum Markieren von Schlüsselpunkten.
  • Daten und Insights: Ergebnisse von Umfragen oder Analysen, um die Map zu untermauern.
  • Diagramm-Software: Zur Erstellung der finalen digitalen Version.

🧩 Gerätebeschreibung / Bauplan:

Die Customer Journey Map besteht aus mehreren strukturellen Elementen:

  1. Phasen (Stages)
    z. B. Bewusstsein → Ewägung → Kauf → Nutzung → Bindung
  2. Touchpoints
    Alle Kontaktpunkte (Website, App, Kundenservice, Werbung etc.)
  3. Kundenaktionen
    Was der Kunde konkret tut
  4. Gedanken & Emotionen
    Gefühle, Erwartungen, Frustrationen
  5. Pain Points
    Probleme oder Hindernisse
  6. Opportunities
    Verbesserungsmöglichkeiten

Optional:

  • Kanäle (online/offline)
  • Verantwortliche interne Prozesse
created with Google Gemini

🚀 Inbetriebnahme:

  1. Ziel definieren: z. B. Kaufprozess analysieren
  2. Persona auswählen oder erstellen
  3. Daten sammeln: z. B. Interviews, Feedback, Analytics
  4. Workshop planen: Teilnehmer einladen, Dauer und Format (analog/digital) wählen, Material bereitstellen

⚙️ Bedienung:

  1. Horizontale Achse und Phasen anlegen: Von links nach rechts die Phasen der Reise eintragen (z.B. „Bedarf erkennen → Recherche → Vergleich → Kauf → erste Nutzung → Support“).
  2. Schritte und Touchpoints sammeln: Pro Phase alle konkreten Aktionen des Kunden sammeln („googelt“, „liest Bewertungen“, „ruft Hotline an“) und die jeweiligen Kanäle notieren.
  3. Gedanken und Emotionen ergänzen: Aus Sicht der Persona notieren: Was denkt, hofft, befürchtet sie? Wie fühlt sie sich?.
    • Eine emotionale Kurve zeichnen (hoch = positiv, tief = negativ), um Höhen und Tiefen der Journey sichtbar zu machen.
  4. Pain Points und Chancen markieren: Stellen markieren, an denen Frust, Unsicherheit, Wartezeiten oder Medienbrüche auftreten.
    • Direkt Ideen und Chancen notieren (z.B. „klarere Infos“, „Self-Service-Funktion“, „besseres Onboarding“).
  5. Prioritäten und nächste Schritte ableiten: Wichtigste Pain Points bewerten (Impact vs. Aufwand) und konkrete Maßnahmen definieren; Verantwortliche und Zeithorizont festlegen.

🔄️ Wartung & Pflege:

  • Regelmäßig aktualisieren (z. B. bei neuen Produkten oder Prozessen)
  • Mit realen Daten validieren
  • Feedback aus Teams und von Kunden integrieren
  • Versionen dokumentieren

🌟 Expertentipps:

  • Realität statt Wunschdenken: Map auf echte Kundendaten stützen, nicht auf interne Meinungen.
  • Scharf fokussieren: Pro Map nur eine Persona und ein Szenario, sonst wird es unübersichtlich.
  • Visuell und kollaborativ arbeiten: Alle schreiben und kleben mit, nichts im stillen Kämmerlein vorbereiten.
  • Emotionen ernst nehmen: Der emotionale Verlauf zeigt oft die größten Hebel – nicht nur Prozessschritte optimieren.

📝 Beispiel:

Ein Beispiel könnte die Customer Journey eines Online-Einkäufers sein:

  1. Bewusstsein: Der Kunde entdeckt das Produkt durch Anzeigen auf sozialen Medien.
  2. Erwägung: Der Kunde recherchiert online und liest Erfahrungsberichte.
  3. Kauf: Der Kunde geht auf die Website, um den Kauf abzuschließen.
  4. Nutzung: Der Kunde erhält sein Produkt und registriert es online.
  5. Bindung: Der Kunde erhält Empfehlungen für ähnliche Produkte per E-Mail.

Durch die Visualisierung dieser Schritte in einer Customer Journey Map können gezielte Verbesserungen an der Benutzererfahrung vorgenommen werden, um die Kundenzufriedenheit zu steigern.