Empathy Map

📌 Allgemeine Hinweise

Eine Empathy Map ist ein visuelles Werkzeug zur Analyse und Darstellung der Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Kunden oder Nutzern. Sie hilft Teams, ein tieferes Verständnis für ihre Zielgruppe zu entwickeln und Empathie mit den Nutzern aufzubauen, was zu besseren Produkten und Dienstleistungen führt.


🎯 Bestimmungsgemäße Verwendung

  • Verständnis von Nutzerbedürfnissen, -motiven und -problemen
  • Vorbereitung für nutzerzentrierte Produktentwicklung
  • Ergänzung von Personas und Customer Journey Maps
  • Identifikation emotionaler und sozialer Einflussfaktoren

Nicht geeignet für:

  • rein technische oder prozessuale Analysen ohne Nutzerfokus

ℹ️ Hintergrundinformationen zu dem Werkzeug

Die Empathy Map stammt aus dem Design-Thinking- und UX-Umfeld und wird häufig auf einem Canvas mit vier oder sechs Feldern rund um eine Nutzerfigur dargestellt. Sie wurde entwickelt, um Teams dabei zu helfen, ein tieferes Verständnis für Nutzer zu entwickeln – über reine demografische Daten hinaus.
Grundprinzip: „Was denkt, fühlt, sieht, hört und tut der Nutzer?“


🔁 Welche Werkzeuge alternativ verwendet werden können

  • Personas: konzentrieren sich auf ein dauerhaftes Nutzerprofil (Ziele, Biografie, Kontext), weniger auf konkrete Situation und Gedanken im Moment.
  • Customer Journey Maps: zeigen den zeitlichen Ablauf von Erlebnissen über viele Touchpoints, nicht nur das Innenleben in einer Situation.
  • User Interviews / Tiefeninterviews: ohne Visualisierung: liefern Rohmaterial, aber keine gemeinsame, kondensierte Übersicht.

🔧 Welche anderen Werkzeuge unterstützen können

  • Brainstorming-Tools: Wie Miro oder Trello zur Organisation und Visualisierung von Ideen.
  • Interview-Leitfäden: Strukturierte Fragen, die verwendet werden können, um relevante Informationen zu sammeln.
  • Analytik-Software: Zur Analyse von Kundenverhalten und -feedback.

👥 Benötigte Personen

Interdisziplibäres Team von 3–6 Personen:

  • Moderation / Facilitator
  • UX-Designer oder Produktverantwortliche
  • Teammitglieder aus verschiedenen Disziplinen
  • Optional: Nutzer oder Kunden

⏱️ Dauer

  • Schnelle Erstellung: 30–60 Minuten
  • Detaillierte Ausarbeitung: 1–2 Stunden
  • Mit Datenanalyse: mehrere Stunden bis ein Tag

🗂️ Benötigtes Material

  • Whiteboard oder großes Papier: Zur haptischen Gestaltung der Empathy Map.
  • Marker: Für klar verständliche Notizen und Skizzen.
  • Post-its: Zur selbstständigen und flexiblen Notierung von Ideen und Beobachtungen.
  • Daten und Insights: Ergebnisse von Umfragen oder Interviews, um die Map zu untermauern.

🧩 Gerätebeschreibung / Bauplan

Eine Empathy Map ist meist ein Quadrat mit der Nutzerfigur in der Mitte und Feldern drumherum.

Typischer Aufbau):

  • Mitte: „Nutzer“ – Name oder Kurzbeschreibung der betrachteten Person/Gruppe.
  • „Sieht“: Welche Umgebung, Angebote, Wettbewerber, Trends nimmt die Person wahr?.
  • „Hört“: Was hört sie von Kollegen, Freunden, Medien – welche Meinungen und Empfehlungen?.
  • „Sagt & Tut“: Was sagt sie nach außen, welche sichtbaren Handlungen zeigt sie?.
  • „Denkt & Fühlt“: Innere Gedanken, Sorgen, Hoffnungen, die nicht unbedingt geäußert werden.

Zusätzlich häufig enthalten:

  • Pain Points (Probleme)
  • Gains (Bedürfnisse, Ziele, Wünsche)

In der Mitte steht immer: die Persona oder der konkrete Nutzer


🚀 Inbetriebnahme

  1. Ziel definieren: z. B. Nutzer besser verstehen
  2. Persona auswählen oder definieren
  3. Daten sammeln: Interviews, Beobachtungen etc.
  4. Vorlage vorbereiten: Whiteboard oder digital
  5. Team briefen: Nutzerperspektive erklären

⚙️ Bedienung

  1. Daten sammeln: Erhebe Informationen über die Zielgruppe durch Interviews, Umfragen und Beobachtungen.
  2. Vier Bereiche aufteilen: Teile das Papier oder die digitale Map in die vier Bereiche „Sagen“, „Denken“, „Fühlen“ und „Tun“.
  3. Kundenerfahrungen eintragen: Füge die gesammelten Daten in die entsprechenden Bereiche ein.
  4. Diskussion anregen: Bespreche die Ergebnisse im Team, um ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.
  5. Optimierungspotenziale identifizieren: Nutze die Erkenntnisse, um Verbesserungsvorschläge zu entwickeln.

🔄️ Wartung & Pflege

  • Aktualisierung: Aktualisiere die Empathy Map regelmäßig basierend auf neuem Kundenfeedback und veränderten Marktbedingungen.
  • Einsichten prüfen: Halte regelmäßige Besprechungen ab, um die bestehenden Einsichten zu überprüfen und neue Daten zu integrieren.

🌟 Expertentipps

  • Zitate: Verwende echte Zitate aus Interviews
  • Trenne klar zwischen Beobachtung und Interpretation
  • Visualisierung: Arbeite visuell (Farben für Emotionen, Symbole etc.)
  • Übersichtlichkeit: Halte die Map einfach und übersichtlich
  • Entscheidungsgrundlage: Nutze die Map aktiv als Grundlage für Entscheidungen

📝 Beispiel

Ein Unternehmen entwickelt eine Fitness-App:

Persona: Berufstätige Person mit wenig Zeit

  • Sagt: „Ich habe keine Zeit für Sport.“
  • Denkt: „Ich sollte mehr für meine Gesundheit tun.“
  • Fühlt: Schuldgefühl, aber auch Motivation
  • Tut: Meldet sich im Fitnessstudio an, geht aber selten hin
  • Sieht: Werbung für Fitness-Apps, Social Media
  • Hört: Freunde sprechen über gesunde Lebensweise

Pain Point: Zeitmangel, fehlende Motivation
Gain: Einfache, flexible Trainingslösungen

Ergebnis:
Entwicklung einer App mit kurzen, flexiblen Workouts (5–10 Minuten) und Motivationsfeatures